News

Ein neues Buch

Wann fängt man an Klavier zu spielen? Sofort! Sagt die Pianistin und Autorin Ana-Marija Markovina und erklärt mit Charme und Augenzwinkern, dass der Schlüssel zum Glück im Spiel liegt, im KlavierSpiel. Ihr Buch „Glücks-Spiel“ ist ein leidenschaftliches Plädoyer für das Spielen eines Musikinstrumentes. Markovina: „Das Buch richtet sich an alle Menschen, die sich auch nur im Entferntesten mit dem Gedanken befassen, Klavier zu spielen. Es richtet sich an alle Menschen, die die Musik lieben, die Musik gerne hören und als Bereicherung des Lebens verstehen. Es richtet sich auch an Konzertpianisten und Profimusiker. Ich bin der Meinung, dass alle Menschen ein Musikinstrument spielen sollten, aber als Pianistin bin selbstverständlich eine Verfechterin des Klaviers.“

In ihrem Buch „Glücksspiel“ verbindet Ana-Marija Markovina tiefgründig und unterhaltsam zugleich Gedanken aus der Philosophie und der Musikgeschichte sowie Erkenntnisse der Psychologie und Neuropsychologie. Sie zeigt auf, wie das Klavierspielen die Gabe hat, viele seelische Probleme zu lösen: „Man wird ein glücklicherer Mensch, erfolgreicher, ruhiger. Die eigene Identität gewinnt an Kraft und das Leben an Freude.“

Auf besondere Weise gelingt es der Autorin, überraschende Erkenntnisse zu vermitteln und zu erklären. Sie ist der Überzeugung, dass man im Klavierspiel viele Persönlichkeitseigenschaften testen und gestalten kann, zum Beispiel den Umgang mit Fehlern. Markovina: „Viele von uns ergehen sich in Selbstbestrafung und Selbstvorwürfen, wenn wir Fehler gemacht haben. Es gibt kaum einen Menschen, der ein gesundes, ja liebevolles Verhältnis zu seinen Fehlern hat. Es ist eher so, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der die Fehler-Vermeidungs-Haltung eine wichtige Rolle spielt: Wir dürfen keine Fehler machen. Wenn man Klavier spielt, lernt mal als erstes, dass es ohne Fehler überhaupt nicht geht. Und wenn man länger Klavier spielt und sich intensiver damit beschäftigt, wird man erfahren, dass die Fehler notwendig sind um ein Stück zu erarbeiten und später zu können. Die Fehler sind ja das Gegenteil von dem, was wir als richtig empfinden, und erst das Figur-Hintergund-Prinzip, der Kontrast, stärkt unser Bewusstsein für das, was wir wirklich wollen, und rückt das Richtige ins Bewußtsein. Die Umwege, die die ‚Ortskenntnis’ erhöhen, sind absolut notwenig bei jedem Weg, der zur Erkenntnis führt. Diese Haltung kann man wunderbar am Klavier trainieren.“

„Ein anderer Aspekt sind die Pausen. Wir alle können im Grunde genommen nicht wirklich mit Pausen umgehen. Sind Pausen eine leere Zeit? Warum sind Pausen überhaupt wichtig? Wir bekommen es immer wieder gesagt: Mach Sie mal Pause! Nun... Pause ist (in der Musik) Materie und Pause ist Lebensqualität. Auch das lernt man am Klavier, beim Hören und beim Spielen. Im Alltag ist unsere Konzentration auf die Probe gestellt. Wir werden bombardiert mit Nachrichten, von morgens bis abends. Bereits die Kinder werden überschwemmt mit diesem Input. Beim Klavierspielen trainiert man die Konzentration. Den sogenannten ‚Alltag’ auszublenden, kostet eine gewisse Selbstüberwindung, und damit zu beginnen verlangt erstmal eine Entscheidung. Womit wir schon beim nächsten Parameter sind: Die Entscheidungen in unserem Leben. Wir müssen permanent entscheiden, um was es geht, was uns wichtig ist. Wir müssen trennen, Weggabelungen erkennen und Entscheidungen treffen, gehen wir rechts, gehen wir links, lassen wir uns treiben.
Made on
Tilda